Akzeptanz von GDI

Verbesserungen oder Erweiterungen des Standards, die ggf. auch als Projekte beim ASAM zur Bezuschussung eingereicht werden

Akzeptanz von GDI

Beitragvon daniel » Mittwoch 3. Juni 2009, 12:44

Hallo,

ich finde die Idee des Generic Device Interface großartig. In den wenigen Monaten, die ich bis jetzt als junger Berufseinsteiger bei einem Automobilzulieferer gearbeitet habe, habe ich schon oft das Gefühl gehabt, dass dort so etwas wie GDI fehlt.

Ich habe bereits mehrere Abteilungen kennengelernt und musste überall feststellen, dass das Rad ständig neu erfunden wird, wenn Mitarbeiter vor der Aufgabe stehen, vom PC aus mit Messgeräten oder Bussystemen zu kommunizieren. Es kommt überall zu wilden Basteleien, weil man schnell mit der jeweiligen Aufgabe fertig sein möchte, weil die Abteilungen nicht miteinander sprechen und weil nirgendwo so etwas wie ein Baukasten existiert, aus dem man fertige Treiber, etc. herausnehmen kann.

Jetzt habe ich hier gelesen, dass "es viele Kritiker gibt, die den GDI grundsätzlich (zum Teil sehr emotional) ablehnen".
Kann mir jemand verraten, warum das so ist? Fürchten die Gerätehersteller sich vor der Herstellerunabhängigkeit, die durch GDI entsteht? Oder ist der GDI-Standard einfach zu kompliziert?

Gruß
Daniel
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Re: Akzeptanz von GDI

Beitragvon robert » Donnerstag 11. Juni 2009, 17:54

Hallo Daniel,

das Problem hat der Vertreter von BMW im ASAM mal sehr deutlich gemacht:
Ein Standard, der die Lieferanten austauschbar macht, ist sicher nicht "sexy".
Schon gar nicht, wenn die Lieferanten ihn auch noch "kostenlos" anbieten sollen.

Aber die Komplexität ist auch ein großer Hemmschuh.
Obwohl das für viele andere Standards auch gilt, ist beim ASAM GDI besonders viel abgedeckt.
Man bedenke die verschiedenen Schichten, von Plattformadapter über Gerätetreiber und Koordinator zur Anwendung.
Im ASAM hat da allerdings auch schon ein Umdenken begonnen.
So wird von vielen Anwendern nicht mehr vorausgesetzt, dass ein Gerätetreiber auf einen Plattformadapter aufsetzt. Damit ist es einfacher geworden, einem bereits bestehenden Gerätetreiber einfach eine GDI-Schnittstelle zu verpassen.
Und andere wiederum integrieren den Koordinator in ihre Anwendung, beschränken sich damit auf das, was sie gerade benötigen.

In unserem Hause haben wir auch das Problem, dass die GDI-Treiber noch zu anspruchsvoll sind. Wir versuchen das Problem über Treiber-Generatoren zu lösen, ähnlich, wie sie von M&K angeboten werden. Wir verfolgen da lediglich ein anderes Konzept, wollen die Treiber direkt aus einem XML Schema generieren und auch die Erstellung der Kommunikationsprotokolle zu den Geräten gleich über XML Schema integrieren. Das ist jedenfalls ein größeres Projekt, wir sind so bei ca. 75%, also schon über dem Point-of-no-return.
Zumal wir uns vor über 3 Jahren entschieden hatten, jegliche Peripherieanbindung nur noch über GDI zu programmieren.

Dein Beitrag zeigt mir übrigens, dass der Nutzen des GDI auch von Aussenstehenden erkannt wird.
Das macht Mut für die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert
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